KASSIA & THE NEW CONVENT(ION) – a performative archive

Die Komponistin, Dichterin und byzantinische Äbtissin KASSIA gilt als die erste europäische Komponistin, deren Werke bis heute erhalten sind. KASSIA wurde im Jahr 810 in Konstantinopel geboren. Sie ist nicht nur eine rätselhafte historische Persönlichkeit gewesen, sondern war auch Musikerin und Schriftstellerin. Mehr als 250 ihrer Texte sind in Form von Epigrammen erhalten. Nicht zuletzt tritt sie als politische Figur auf, die dem Kaiser Theophilos bei seiner Suche nach einer Braut rhetorisch entgegentritt. Und gründet schließlich ein Frauenkloster auf dem siebten Hügel Konstantinopels, dem heutigen Istanbul. KASSIA ist eine Art frühes feministisches und kosmopolitisches role model.

Seit mehr als anderthalb Jahren arbeiten Programmierer*innen zusammen mit Medien- und Performance-Künstler*innen an der Programmierung eines Online-Archivs, das die Möglichkeiten digitaler Empowerment Spaces für die Fragen von Frauenrechten (Istanbul Konvention) und neuen queer-feministischen Praktiken und Narrativen eröffnen will. Ausgangspunkt der gemeinsamen, von vielen Akteur*innen getragenen Unternehmung ist eine digitale Konferenz zu KASSIA im vergangenen Jahr gewesen.

Als letzter Teil des mehrdimensionalen Projektes um KASSIA, bestehend aus der Opern-Performance KASSIA und (digitalen) KASSIA-Konferenz, wird schließlich das digitale KASSIA-Archiv eröffnet. Dieses wird die unterschiedlichen Projektteile in gebündelter Form sichtbar machen und interaktiv verknüpfen. Das KASSIAArchiv will den Kassia-Kosmos zugänglich machen, wobei alle in den vorherigen Projektteilen erarbeiteten Medien – Musik, Texte, Performance, Vorträge, Bilder, Porträts etc. – zu Bestandteilen dieses digitalen Raumes  werden.

Die Besucher*innen werden eingeladen, Beiträge von über 40 internationalen Musiker*innen, Poet*innen, Aktivist*innen und Wissenschaftler*innen zu erfahren und ihre eigenen Spuren in Kassias (digitalem) Kloster zu hinterlassen.

kassia-archive.org

Von und mit / From and with:  Anna Majewska, Fabian Lettow, Hannah Busch, Ivana Druzetic-Vogel, Kerstin Pohle, Malte Jehmlich, Melissa Müller, Meral Akkent, Mirjam Schmuck, Patrick Kruse, Verena Herbst, Wanda Künzel, Zuzanna Berendt u.v.m.
Ein Projekt von kainkollektiv, MIREVI & sputnic visual arts
In Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung. Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Medienkunstfonds und von der Stadt Bochum.