FIN DE MISSION / OHNE AUFTRAG LEBEN

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kainkollektiv und das kamerunische Theaterkollektiv OTHNI aus Yaoundé setzen ihre in 2013 begonnene Zusammenarbeit über die „Dekonstruktion des Kolonialerbes“ fort. In FIN DE MISSION / OHNE AUFTRAG LEBEN wagen sich die beiden Gruppen gemeinsam an eines der größten Tabus der deutsch-kamerunischen Geschichte: die Sklaverei. Mit der Entdeckung des Globus und den ersten globalen Expeditionen im 15. bis 17. Jahrhundert beginnt auch das Geschäft mit der „menschlichen Ware” und wird zum Garant für Reichtum und Fortschritt in Europa und Amerika. Während Europa die kulturelle, politische und ökonomische Matrix seines Moderne-Projektes entwirft, läuft die Geschichte der Sklaverei als verborgene, gespenstische Gegengeschichte immer mit: zugleich als verdrängte Rückseite wie als Bedingung für den Aufstieg, Reichtum und die (kulturelle) Weltherrschaft Europas.

Als im Jahre 1607 in Mantua mit Monteverdis „Orfeo“ die erste Oper der Weltgeschichte zur Aufführung kommt und darin Eurydike als Ausgeschlossene des Orpheus’schen Kosmos das Boot Richtung Unterwelt besteigt, da legt weit entfernt, an einem verborgenen westafrikanischen Strand ein weiteres Boot ab, mit Menschen beladen, die zu einer gewaltsamen Reise aufbrechen. Ziel: jene „Neue Welt“, die wir noch heute bewohnen…

kainkollektiv und OTHNI entwerfen eine kamerunisch-deutsche Oper(ation) über das „Gedächtnis der Sklaverei“. In der Begegnung höchst unterschiedlicher Musiktraditionen entsteht eine neue Klanglandschaft, die mit den konkreten und imaginären Landschaften der europäisch-afrikanischen (Sklaverei-)Geschichte Kontakt aufnimmt: von Klage- und Totenliedern über Arbeits- und Widerstandsgesänge bis hin zum europäischen Opernrepertoire. Eine Musiktheater-Performance, die unser unbekanntes und verdrängtes Erbe aus den Untiefen der Geschichte heraufholt, bis es uns im buchstäblichen Sinne um die Ohren fliegt. Eine Mission am Ende aller Missionen, mithin eine Mission ohne Auftrag.

 

 

 

Eine Produktion von kainkollektiv und OTHNI – Laboratoire de Théâtre de Yaoundé. In Koproduktion mit Ringlokschuppen Ruhr Mülheim, FFT Düsseldorf, Kampnagel Hamburg und Doual’Art Douala.

[ngg_images source="galleries" container_ids="47" display_type="photocrati-nextgen_basic_imagebrowser" ajax_pagination="0" template="default" order_by="sortorder" order_direction="ASC" returns="included" maximum_entity_count="500"] Konzept und Inszenierung kainkollektiv (Fabian Lettow / Mirjam Schmuck) und Martin Ambara (OTHNI) Bühne herrwolke Kostüm Alexandra Tivig Produktionsleitung/Dramaturgie Mina Novakova Technische Leitung Stefan Göbel Technische Assistenz Valéry Kwongue Ebouele Künstlerische Mitarbeit Kathrin Ebmeier Von und mit Antoine Effroy, Catherine Jodoin, David Guy Kono, Carsten Langer, Madeleine Pélagie Nga Alima, Rasmus Nordholt-Frieling, Kerstin Pohle, Nils Voges, Edith Voges Nana Tchuinang, Jean Calvin Yugye   Fotos und Videomaterial / Kamerun: sputnik (Nils Voges) Fotos / Ringlokschuppen: Stephan Glagla  
Gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, die Kunststiftung NRW, die Konzeptionsförderung des Fonds Darstellende Künste e.V. - aus Mitteln des Bundes, den Internationalen Koproduktionsfonds des Goethe Instituts, das Goethe Institut Kamerun sowie den Regionalverband Ruhr im Programm Interkultur Ruhr.