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Keine Angst. Sagte die Angst

Keine Angst. Sagte die Angst

UFO – Junge Oper Urban – Für alle ab 6 Jahren

Wenn es abends dunkel wird, dann ist sie da, die Angst. Ahri fallen gleich unendlich viele Dinge ein, die ihr Angst machen: Große Monster. Kleine Spinnen. Streit auf dem Schulhof. Nachrichten von Krieg und Gewalt… Überhaupt wird das Leben immer sorgenschwerer und die Angst immer größer. Sie weicht ihr gar nicht mehr von der Seite. So kann das nicht bleiben, findet Ahri. Es muss Licht ins Dunkel! Sie nimmt all ihren Mut zusammen und spricht ihre Angst an. Und guckt ihr in die Augen. Kann es sein, dass die Angst selbst Angst hat? Dass sie vielleicht gar nicht so groß sein will, sondern einfach auch mal in den Arm genommen werden möchte? Das Mädchen und seine Angst gehen in der Stückentwicklung von Mirjam Schmuck und Anna Korsun immer unverzagter gemeinsam durchs Leben, lernen miteinander auszukommen und machen dabei so manche unerwartete Entdeckung.

Dauer ca. 1 Stunde

Eine Produktion von UFO – Junge Oper Urban & kainkollektiv.

Von & Mit: kainkollektiv (Mirjam Schmuck & Fabian Lettow), Anna Korsun, Heili Schwarz-Schütte, Linda Sollacher, Chorong Kim, Maria Portela Larisch, Juliette Serrié, Henrique Almeida

Performance

DIE WAND

Eine Frau findet sich eines Morgens im Gebirge durch eine unsichtbare Wand von der Zivilisation abgeschottet. Der Rest des Lebens scheint wie versteinert, unzugänglich. Lediglich einige Tiere und die Natur innerhalb ihrer plötzlich so geschrumpften Welt leisten ihr Gesellschaft.

DIE WAND von Marlen Haushofer ist längst zum Klassiker geworden, der auch heute nicht an Relevanz verloren hat. Die ambivalente Situation der Isolation der Hauptfigur, die Sicherheit und Bedrohung gleichermaßen bedeutet, entfaltet ein breites Spektrum an Bezügen, die von feministischer Selbstermächtigung bis hin zur aktuellen weltpolitischen Situation reichen. Nicht zuletzt beschwört DIE WAND eine Zeit nach der patriarchalischen, kapitalistischen Gesellschaft herauf.

In Auseinandersetzung mit dem Roman hat das Regieteam mit einem Ensemble aus elf Frauen einen Chor aus Bewegung und Sprache entwickelt, der eine zeitgemäße Überschreibung des Textes erschafft. Auf der Grenze zwischen Individuum und Kollektiv setzen sich die Darstellerinnen mit ihren persönlichen „Wänden“ auseinander. Was führt zum Bruch zwischen uns und dem Rest der Welt, und welche Ereignisse haben von einem auf den anderen Tag alles verändert? Die Darstellerinnen erzählen vom Überschreiten von oder dem Stoßen an geografische und persönliche Grenzen. Von der Isolation, die mit einer Diagnose oder dem Verlust eines geliebten Menschen einhergehen kann. Manche sehnen sich danach, die Wand zu durchbrechen, andere haben sie bereits hinter sich gelassen.

(c) Sebastian Hoppe
(c) Sebastian Hoppe
(c) Sebastian Hoppe
(c) Sebastian Hoppe
(c) Sebastian Hoppe
(c) Sebastian Hoppe
(c) Sebastian Hoppe
(c) Sebastian Hoppe
(c) Sebastian Hoppe
(c) Sebastian Hoppe
(c) Sebastian Hoppe
(c) Sebastian Hoppe
(c) Sebastian Hoppe
(c) Sebastian Hoppe

Von und Mit: kainkollektiv (Mirjam Schmuck & Fabian Lettow), Catherine Jodoin, Loxo Harazim, Tommaso Tezzele, Silvia Dierkes, Lena Iversen, Andreas Rösler, Franziska Baumann, Maria Buchmüller, Anni D., Katja Firker, Nina Houshmand, Ida Kranz, Natalia Obkhodskaia, Ute Schellenberg, Thembisile Vilakazi, Barbara Walz-Schneider, Caroline Woderich

Eine Produktion der Bürgerbühne Dresden und kainkollektiv.

Performance
Black Eurydice // Schwarze Eurydike // Eurydice Noire

Black Eurydice // Schwarze Eurydike // Eurydice Noire

Eine Gegenoper

„Als Eurydike aus der Unterwelt kommt, sind ihre Augen vom grellen Licht der Sonne so stark geblendet, dass sie für einen Augenblick, von dem sie nicht sagen kann, wie lange er andauert, nichts zu sehen vermag als SCHWARZ. Ein Schwarz indes, das alles enthält: alle Farben, alle Konturen, alle Geschehnisse, die vor ihrem inneren Auge jetzt vorbeiziehen wie bei einem Film, der im Zeitraffer abläuft. Ganz so wie es gemeinhin für den Moment des Sterbens überliefert wird, wenn das gesamte Leben in Bruchteilen von Sekunden noch einmal an einem vorüberzieht, bevor der Blick ein letztes Mal bricht. Ganz so sieht Eurydike jetzt alles noch einmal vor sich. Nur dass es sich bei diesem Moment nicht um ihren Tod handelt, sondern um ihre Wiedergeburt…“ (Auszug aus dem Stücktext)

In BLACK EURYDICE, einer transnationalen Musiktheater-Produktion von kainkollektiv, geht es um das Verhältnis der europäischen Gründung/Erfindung der Oper zu dem, was mit dieser Gründung systematisch ausgeschlossen wurde: die Position der Frau(en) & die zur gleichen Zeit (um 1600) einsetzende Kolonialgeschichte. Anhand der ersten modernen Oper Europas – Monteverdis „Orfeo“ (Mantua 1607) – geht kainkollektiv den genannten Ausschlüssen nicht nur auf den (Unter-)Grund, sondern entwirf eine (afro-)futuristische, feministische & postkoloniale GEGENOPER DER EURYDIKE. Fünf nicht-europäische, zeitgenössische Komponistinnen – aus Iran, Kamerun, Südafrika und Kanada – haben mit „BLACK EURYDICE // SCHWARZE EURYDIKE // EURYDICE NOIRE“ Monteverdis barocke Musik aus „Orfeo“, die als erste moderne Oper Europas gilt, mit visionären, zeitgenössischen, post-klassischen bis hin zu elektronischen Kompositionen überschrieben und dabei in einem feministischen Kompositions-Kollektiv zusammen mit kainkollektiv und weiteren europäischen wie nicht-europäischen Performerinnen eine völlig neue, vielstimmige Vision von der Zukunft des Musiktheaters entworfen – auch und nicht zuletzt als einer Neubefragung des patriarchalen Erbes der Kulturinstitution Theater/Oper und der Imagination einer anderen Geschichte seiner Zukunft.

(c) Daniela del Pomar
(c) Daniela del Pomar
(c) Daniela del Pomar
(c) Daniela del Pomar
(c) Daniela del Pomar
(c) Caram Kapp

Diese erfährt dabei in Form einer COMIC OPERA einen Teil ihrer Visualisierung – als digital gezeichnete wie live performte Version einer feministischen, doku-fiktionalen „Superheldinnen“-Geschichte. kainkollektivs „Superheldin“ BLACK EURYDICE ist dabei allerdings weniger daran gelegen, die „Welt zu retten“ wie ihre männlichen Helden-Pendants. Vielmehr geht es um die Vision einer Transformation verschiedener Welterfahrungen.

„Die ungemein vielschichtige, sinnlich überwältigende Musiktheater-Produktion ‚Black Eurydice‘ ist ein postkolonialer, multiperspektivischer, feministischer Gegenentwurf zum patriarchalischen, eurozentrischen Kulturerbe. ‚Black Eurydice‘ erzählt in rund 90 Minuten mit fabelhafter spielerischer Energie von der Überwindung des weiblichen und nicht-weißen Verstummens in einem aktuellen Parallel-Universum. Es ist jedoch vor allem ein ästhetisch höchst lebendiger, schwarz-ironischer Musiktheater-Comic mit spannenden Ausblicken in die Zukunft.“ (Elisabeth Einecke-Klövekorn, Bonn, 17. Oktober 2022)

Welche anderen Geschichten können wir uns von der (gestrigen/morgigen) Welt erzählen, die dem (kolonialen) Prinzip von Ausbeutung und Zerstörung, das seit hunderten von Jahren und bis in unsere turbokapitalistische Gegenwart hinein vorherrscht, eine andere Vision entgegen zu setzen vermögen? Vielleicht jene, die Eurydike aus der Unterwelt, in die sie bei Monteverdi stumm hinabfährt, von dort mit sich bringt: aus dem Untergrund, aus ihrem Schattendasein, aus dem wir sie in BLACK EURYDICE befreien und ins Licht treten lassen. Als vielstimmige Figur weiblicher Erfahrungen in einem vielstimmigen interdisziplinären und transnationalen Künstlerinnen-Ensemble, das davon erzählt, was Eurydike widerfahren ist – von der Zeit ihres ersten erzwungenen Verstummens bis in unsere Gegenwart hinein, in der aktuell weltweit die Rechte von Frauen – etwa die in der „Istanbul Konvention“ niedergelegten – wieder ernsthaft in Frage gestellt und ausgesetzt werden. Oder wie Claudia Hötzendorfer in ihrer Besprechung der Produktion in der Rheinischen Post schreibt: „Die Botschaft des kainkollektivs aus der Unterwelt ist deutlich: Die Gesellschaft braucht eine feminine Sicht auf die Vergangenheit, um die Gegenwart zu ertragen und sich für die Zukunft zu wappnen.“

Sprachen: Deutsch, Englisch & Französisch mit englischen und deutschen Übertiteln

Von und mit: Anelisa Stuurman, Anna Homann, Antje Kuhfeld, Bianca Künzel, Catherine Jodoin, Edith Voges Nana Tchuninang, Fabian Lettow, Hannah Busch, Henning Streck, Immanuel Bartz, Kerstin Pohle, Melissa Müller, Mirjam Schmuck, Nima Aghiani, Pélagie Alima, Richard Behrens, Sarah Bigdeli Shamloo, Silvia Dierkes, Vanessa Chartrand-Rodrigue, Zdravka Ivandija Kirigin

Gefördert vom Hauptstadtkulturfonds, der Kunststiftung NRW, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Bochum. Ein Projekt von kainkollektiv in Koproduktion mit dem tak Berlin und dem FFT Düsseldorf.

Performance
KASSIA & THE NEW CONVENT(ION)

KASSIA & THE NEW CONVENT(ION)

a performative archive

Die Komponistin, Dichterin und byzantinische Äbtissin KASSIA gilt als die erste europäische Komponistin, deren Werke bis heute erhalten sind. KASSIA wurde im Jahr 810 in Konstantinopel geboren. Sie ist nicht nur eine rätselhafte historische Persönlichkeit gewesen, sondern war auch Musikerin und Schriftstellerin. Mehr als 250 ihrer Texte sind in Form von Epigrammen erhalten. Nicht zuletzt tritt sie als politische Figur auf, die dem Kaiser Theophilos bei seiner Suche nach einer Braut rhetorisch die Stirn bietet. Und schließlich ein Frauenkloster auf dem siebten Hügel Konstantinopels, dem heutigen Istanbul, gründet. KASSIA ist eine Art frühes feministisches und kosmopolitisches role model.
Mehr als anderthalb Jahre arbeiteten Programmierer*innen zusammen mit Medien- und Performance-Künstler*innen an der Programmierung eines Online-Archivs zu KASSIA, das die Möglichkeiten digitaler Empowerment Spaces für die Fragen von Frauenrechten (Istanbul Konvention) und neuen queer-feministischen Praktiken und Narrativen eröffnet. Ausgangspunkt der gemeinsamen, von vielen Akteur*innen getragenen Unternehmung ist eine digitale Konferenz zu KASSIA im Jahr 2021 gewesen.
Als letzter Teil des mehrdimensionalen Projektes um KASSIA, bestehend aus einer Opern-Performance und der digitalen KASSIA-Konferenz, wurde 2022 schließlich das digitale KASSIA-Archiv eröffnet. Dieses macht die unterschiedlichen Projektteile in gebündelter Form sichtbar und verknüpft sie interaktiv. Das KASSIA-Archiv schafft Zugänge in den Kassia-Kosmos, indem alle in den vorherigen Projektteilen erarbeiteten Medien – Musik, Texte, Performances, Vorträge, Bilder, Porträts etc. – zu Bestandteilen des digitalen Archiv-Raumes werden. Die Besucher*innen sind eingeladen, Beiträge von über 40 internationalen Musiker*innen, Poet*innen, Aktivist*innen und Wissenschaftler*innen zu erleben und ihre eigenen Spuren in Kassias neuem digitalen Kloster zu hinterlassen.

www.kassia-archive.org

Ein Projekt von kainkollektiv, MIREVI (HSD), sputnic visual arts (u.a.), Illustrationen: Verena Herbst

Von und Mit: Agata Siniarska, Agnieszka Różyńska, Alexander Giesbrecht, Alexander Lingas, Alice-Mary M. Talbot, Amal Omran, Anna-Maria Holtmann, Anna Majewska, Anna Pekaniec, Annalyzer / Anelisa Stuurman, Anthi Karra, Artur Gerz, Aylin Vartanyan, Ayşenur Aydın, Barbara Harbach, Ben Fischer, Betül Elarslan, Beyza Keskin, Burak Özdemir, Burcu Kalpaklıoğlu, Burcu Özdemir, Cecily Hennessy, Christine Yohannes, Çiğdem Haliloğlu, Daniel Glomberg, David Nowottnik, Dominika Bremer, Ebru Nihan, Egana Djabbarova, Fabian Lettow, Füsun Ertuğ, Gülşin Ketenci, H. Muallâ Görkey, Hannah Busch, Hans-Martin Dederding, Hatice Zehra Selman, Hazal Halavut, İremnur Çelebi, Işıl Başak Arabacı, Ivana Druzetic-Vogel, Iza Gawęcka, İzel Zümrüt Durmaz, Jale Karabekir, Kaan Tanhan, Karin Karakaşlı, Katarzyna Słoboda, Katarzyna Żeglicka, Katia Savrami, Kerstin Pohle, Klara Diedrichs, Kübra Gümüşay, Kurt Sherry, Lee Cockshott, Liz James, Łucja Iwanczewska, Lydia Ziemke, Maja Lee Langvad, Malte Jehmlich, Marta Jalowska, Melissa Müller, Meral Akkent, Merve S. Öztürk, Milan Vukašinović, Mirjam Claaßen, Mirjam Schmuck, Mithu Sanyal, Monika Kwaśniewska-Mikuła, Muaz Semih Güven, Narîn Yukler, Niki Tsironi, Niklas Tluk, Nils Voges, Nisa Nur Arslan, Ömer Kaan İşleyen, Patrick Kruse, Patrycija Kowanska, Paulina Kramarz, Rümeysa Çamdereli, Sara Bigdeli Shamloo, Selin Su Bağcı, Serkan Yıldırım, Serra Akcan, Suna Kafadar, Sarah Plochl, Tang Siu Wa, Thomas Arentzen, Tuğçe Aydın, Vanessa Chartrand-Rodrigue, Verena Herbst, Wanda Künzel, Yeşim Koçak, Young-Won Song, Yunus Margaz, Zeynep Kübra Alkazak, Zuzanna Berendt

In Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Istanbul Gender Museum.

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Medienkunstfonds und von der Stadt Bochum.

Performance
KASSIA & THE NEW ISTANBUL CONVENT(ION)

KASSIA & THE NEW ISTANBUL CONVENT(ION)

EINE DIGITALE KONFERENZSERIE

Die Komponistin, Dichterin & byzantinische Äbtissin KASSIA, die im 9. Jahrhundert in Konstantinopel lebte, gilt als erste europäische Komponistin, deren musikalische Werke überliefert worden sind und bis heute eine wichtige musikgeschichtliche Rolle spielen. Kassia war in ihrer Zeit eine äußerst emanzipierte Frau. Sie wagte es, Kaiser Theophilos von Konstantinopel während der für ihn organisierten „Brautschau“ mit theologischem Scharfsinn entgegenzutreten. Sie wollte nicht heiraten und gründete mit ihrem Vermögen in Konstantinopel stattdessen ein Frauenkloster. In ihrer selbstbestimmten Lebensführung erscheint Kassia als eine Art urfeministisches Role Model.

Diese „Wonder Woman“ haben kainkollektiv und der türkisch-deutsche Komponist Burak Özdemir zusammen mit seinem grandiosen Barockorchester Musica Sequenza als Ausgangspunkt für eine (post-)feministische Oper – den SONGS OF CARE(VOLUTION) – genommen, die in Zusammenarbeit mit dem Gender Museum Istanbul zwischen NRW, Berlin und Istanbul entstanden ist.

Eingebunden war die Performance in eine zugleich analoge wie digitale Konferenz-Serie, die mit Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen und Künstler*innen aus Deutschland, Polen, der Türkei, Schweden, Kamerun, Südafrika, den USA und weiteren Ländern in 2021 gemeinsam realisiert wurde und mit der das Projekt explizit einen Beitrag zur aktuellen feministischen Debatte leistet: auch als deutliches Zeichen der Solidarität und des Widerstandes, angesichts der Ablehnung der Istanbul-Konvention für Frauenrechte durch die Regierungen in Polen und der Türkei.

Von September bis Oktober 2021 entstand so eine fünfteilige analog-digitale Konferenz-Serie mit internationalen Speaker*innen und in konkreter Zusammenarbeit mit dem Gender Museum Istanbul in der Leitung von Meral Akkent, Zuzanna Berendt und Anna Majewska vom kuratorischen Kollektiv Pracownia Kuratorska aus Krakau, Universitäten aus Deutschland, Polen und der Türkei sowie insbesondere mit der Heinrich-Böll-Stiftung, dem Goethe Institut Krakau & dem Goethe Institut Istanbul.

Alle Komponenten des Kassia-Projektes greifen die aktuellen feministischen Debatten und Diskurse in verschiedenen Ländern auf, die sich derzeit in Form riesiger Demonstrationen und Frauen-Streiks, aber auch in kleinen Initiativen zwischen Wissenschaft, Aktivismus, Sorge-Arbeit und Kunst manifestieren, und verbinden sie mit den Themen und der Kunst- und Sorge-Arbeit Kassias. Ziel der NEW ISTANBUL CONVENT(ION) in Referenz zu Kassias mittelalterlichem Frauenkloster ist ein hybrides, digital-analoges Format zwischen Wissenschaft, Kunst und Aktivismus, in dem sich neue Narrative einer (post-)feministischen Zukunft spinnen und entwerfen lassen. Mit Künstler*innen, Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und Studierenden aus Polen, Deutschland, der Türkei und in Verschwisterung mit Mitstreiter*innen und Kompliz*innen bereits bestehender internationaler Netzwerke aller Kooperationspartner*innen weltweit, stiftet das KASSIA-Projekt einen Dialog, der sich über Länder- und Fachgrenzen hinweg als transnationale, transdisziplinäre und queer-feministische Zukunftsvision öffnet, deren Schirmherrin Kassia ist.

(c) Illustration: Verena Herbst

Von und mit:  Agata Siniarska, Agnieszka Różyńska, Alexander Lingas, Alice-Mary M. Talbot, Amal Omran, Anna Majewska, Anna Pekaniec, Annalyzer / Anelisa Stuurman, Anthi Karra, Artur Gerz, Aylin Vartanyan, Barbara Harbach, Ben Fischer, Burak Özdemir, Burcu Kalpaklıoğlu, Burcu Özdemir, Cecily Hennessy, Christine Yohannes, Dominika Bremer, Ebru Nihan, Egana Djabbarova, Fabian Lettow, Füsun Ertuğ, Gülşin Ketenci, H. Muallâ Görkey, Hannah Busch, Hans-Martin Dederding, Hazal Halavut, Iza Gawęcka, Jale Karabekir, Karin Karakaşlı, Katarzyna Słoboda, Katarzyna Żeglicka, Katia Savrami, Kerstin Pohle, Klara Diedrichs, Kübra Gümüşay, Kurt Sherry, Lee Cockshott, Liz James, Łucja Iwanczewska, Lydia Ziemke, Maja Lee Langvad, Malte Jehmlich, Marta Jalowska, Melissa Müller, Meral Akkent, Merve S. Öztürk, Milan Vukašinović, Mirjam Claaßen, Mirjam Schmuck, Mithu Sanyal, Monika Kwaśniewska-Mikuła, Narîn Yukler, Niki Tsironi, Niklas Tluk, Nils Voges, Patrycija Kowanska, Paulina Kramarz, Rümeysa Çamdereli, Sara Bigdeli Shamloo, Serra Akcan, Suna Kafadar, Sarah Plochl, Tang Siu Wa, Thomas Arentzen, Tuğçe Aydın, Vanessa Chartrand-Rodrigue, Verena Herbst, Wanda Künzel, Yeşim Koçak, Young-Won Song, Zuzanna Berendt

 
Eine Koproduktion von kainkollektiv, Burak Özdemir, dem Gender Museum Istanbul, Pracownia Kuratorska und der Heinrich-Böll-Stiftung.

Gefördert von der Kunststiftung NRW, der Heinrich-Böll-Stiftung, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem NRW KULTURsekretariat, der Stadt Bochum.

Performance
KASSIA – SONGS OF CARE(VOLUTION)

KASSIA – SONGS OF CARE(VOLUTION)

EINE CYBORG OPER

von kainkollektiv, Burak Özdemir & Musica Sequenza, Gendermuseum Istanbul, Ringlokschuppen Ruhr, tak Theater Aufbau Kreuzberg Berlin & Kampnagel Hamburg

Die Komponistin, Dichterin & byzantinische Äbtissin KASSIA, die im 9. Jahrhundert in Konstantinopel lebte, gilt als erste europäische Komponistin, deren musikalische Werke überliefert worden sind und bis heute eine wichtige musikgeschichtliche Rolle spielen. Zudem gründete Kassia auf einem der sieben Hügel Istanbuls ein Frauenkloster, nachdem sie einen Heiratsantrag des Kaisers Theophilos zurückgewiesen hatte. Kassia erscheint damit als eine Art urfeministisches Role Model. Diese „Powerfrau“ nehmen kainkollektiv und der türkisch-deutsche Komponist Burak Özdemir zusammen mit seinem grandiosen Barockorchester Musica Sequenza als Ausgangspunkt für eine (post-)feministische Oper – den SONGS OF CARE(VOLUTION) –, die in Zusammenarbeit mit dem Gendermuseum Istanbul sowie Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen und Künstler*innen aus Deutschland, Polen, der Türkei und weiteren Ländern zwischen NRW, Berlin und Istanbul entstanden ist.

Grundlage für die von kainkollektiv inszenierte Performance-Oper bildet die vielschichtige Neu-Komposition der Werke Kassias durch Burak Özdemir und sein Orchester Musica Sequenza, in der die extrem alten, kulturelle und geographische (Klang-)Grenzen überschreitenden Werke Kassias mit alten (und elektronischen) Instrumenten auf eine zeitgenössische Weise völlig neu interpretiert und für unsere Gegenwart zugänglich gemacht werden. Zusammen mit der guatemaltekischen Sopranistin Diana Ramirez, der südkoreanischen Tänzerin Young-Won Song & der kanadischen Tänzerin Catherine Jodoin sowie der syrischen Schauspielerin Amal Omran entsteht zwischen Musik, Oper, Text, Tanz, Film und Performance ein schillerndes Porträt der Künstlerin Kassia ebenso wie der west-östlichen Grenzlandschaften Europas, aus denen sich ihre musikalischen Einflüsse speisten und die aktuell wieder tief in die Krise patriarchaler und nationaler Politiken geraten sind. In einer Zeit, in der die Regierungen in Polen und der Türkei die Istanbul Kovention für Frauenrechte in Europa verlassen, geht es darum, das Vermächtnis Kassias als „erster feminstischer Künstlerin“ neu zu befragen und für die Zukunft auszuloten.

Im Aufgreifen, Übermalen und Weiterspinnen der Kompositionen, Dichtungen sowie der Biografie von KASSIA werden das Musiktheater und die Künstlichkeit der Oper, die selbst eine Art Cyborg-Gattung des Theaters ist und Cyborg-Künstler*innen mit außergewöhnlichen Stimmen und Körpern hervorbringt, zum produktiven Raum der Erforschung hybrider, mithin queerer, cyborghafter Existenzen und ihrer unterschiedlichen Verkoppelungen – über Zeiten, Räume, Sprachen und Klangwelten hinweg, von Byzanz bis in die (europäische) Gegenwart und Zukunft. Denn die neue CYBORG OPERAS Serie von kainkollektiv, die sich hier mit KASSIA fortsetzt, verfolgt das Erzeugen eines Repertoires an theatralen Gesten, narrativen Dramaturgien und insbesondere Liedern, Arien, Gesängen, Lauten und Schreien – jenen SONGS OF CARE –, die neben allen singulären Ausdrucksformen auch stets die Stelle markieren, an der die Einzelnen mit ihren Umwelten verbunden sind und sich neue, mithin kosmische Konfigurationen ergeben – so wie es in den kosmologisch-theologischen Entwürfen und Kompositionen Kassias schon vor mehr als 1.000 Jahren zum Ausdruck gekommen ist und deren Wiederentdeckung darum heute mehr denn je lohnen: Wie klingt eigentlich (post-)feministische Oper?

Susu/Kassia:
I have questions: To write or not to write? To sing or not to sing? Questions that can be heard in our ears. How and why to write poems, plays, songs in revolutionary times? In times of crisis? In times of oppression? Why poems, what songs, when women are silenced? When children are silenced? When animals, plants, stones, dreams are silenced? When does silence begin? When do we escape the silence? When is silence stone, sand, gold, breath?
For silence, like darkness, just is. But how can it be conveyed?
When? It takes time, times, all times. A time to fight. A time to write. And a time in between that combines the two. [Auszug aus dem Stücktext von kainkollektiv]

©Robin Junicke
©Robin Junicke
©Robin Junicke
©Robin Junicke

Von und mit: Alexander De Tey, Amal Omran, Annie Gard, Ana Mikulić, Burak Özdemir, Burcu Özdemir, Catherine Joidon, Chang Yoo, Diana Ramirez, Elisabeth Champollion, Emine Schmuck, Fabian Lettow, Hannah Busch, Jochen Röth, Linda Mantcheva, Melissa Müller, Mirjam Schmuck, Norbert Wahren, Pedro Doria, Sebastian Flaig, Theo Small, Tung-Han Hu, Young-Won Song und Zdravka Ivandija Kirigin u.v.m.

Koproduzent*innen und Gastspiele: kainkollektiv, Burak Özdemir/Musica Sequenza Orchestra, Gender Museum Istanbul, Pracownia Kuratorska, Ringlokschuppen Ruhr, kampnagel Hamburg, tak Theater Aufbau Kreuzberg und Theater im Ballsaal Bonn.

Gefördert von der Kunststiftung NRW, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Heinrich-Böll-Stiftung, vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem NRW KULTURsekretariat, der Stadt Bochum


OVERDOSE

THE UNFINISHED SHOW OF PAIN AND JOY

Eine leere Bühne, die von einer Gruppe von Menschen bevölkert wird: Ein Schriftsteller, ein Komponist, ein Maler, ein Erzähler, antike Figuren und zeitgenössische Performer*innen im Dauer-Loop der Corona-Unterbrechung. In der Mitte des weiten Raumes das Orakel, eine leere, transparente Kiste, die sie alle gemeinsam umrunden, betreten, befragen. Drei Reisende erscheinen, sie sind mit ihren eigenen Anliegen beschäftigt und kommen aus ihrer ganz persönlichen Isolation. Kann das Orakel ihnen helfen? Kann es ihnen Antworten auf ihre Fragen geben? Und wird es ihnen zeigen, wer sie wirklich sind? Oder ist das Orakel selbst schon lange tot, geschlossen, ein verblasster Mythos aus den Geschichten der griechischen Antike, mit denen das europäische Theater einst seinen Ausgang nahm?!

Sieben Darsteller*innen, drei Sprachen und einige Schmerzen und Freuden später, die hier miteinander geteilt werden – boat people projekt, Collective Ma’louba und kainkollektiv haben gemeinsam eine fragmentierte, immer wieder (sich selbst) unterbrechende Theaterreise im Stillstand in filmischer Form erschaffen, die von stimmlosen Sänger*innen, zerrissenen Schauspieler*innen und performenden Nicht-Performer*innen erzählt – ein Abgesang auf das Theater in pandemischer Zeit und zugleich eine Neu-Befragung des antiken Orakels nach seinem Fortgang, nach dem Theater der Zukunft!

Das Projekt ist über einen Zeitraum von 12 Monaten in Zusammenarbeit zwischen den drei Kollektiven und einer vielfältigen Gruppe von Theatermacher*innen aus Syrien und Deutschland entstanden.

Eine mehrstimmige Streaming-Performance in arabischer, englischer und deutscher Sprache.

Die Online-Premiere war am 09. April 2021 um 20 Uhr auf dem offiziellen YouTube-Kanal von vier.ruhr kostenlos zu sehen.

(c) Franziska Götzen
(c) Franziska Götzen
(c) Franziska Götzen
(c) Franziska Götzen
(c) Franziska Götzen
(c) Franziska Götzen
(c) Franziska Götzen

Von und mit: Waseem Alsharqi, Immanuel Bartz, Reimar de la Chevallerie, Florian Lauss, Bayan Layla, Fabian Lettow, Amer Okdeh, Amal Omran, Mirjam Schmuck, Omar Mohamad, Birte Müchler, Nina de la Chevallerie

Gefördert von: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, die Kulturstiftung des Bundes. Im Rahmen von NEUE WEGE durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW in Zusammenarbeit mit dem NRW KULTURsekretariat und aus Mitteln des Theaterpreises des Bundes.

Performance
WE TRAVEL THE SPACE WAYS

WE TRAVEL THE SPACE WAYS

Eine digitale Reise-Performance auf der Suche nach der „Zukunft des Menschen“ von kainkollektiv & Teilen des „Ist das ein Mensch?“-Ensembles 2020/21 (Kamerun, Madagaskar, Kongo, Frankreich, Belgien, Deutschland u.a.)

Die Aufzeichnung der Premiere vom 16. Oktober 2020 ist weiterhin bei YouTube zu sehen.

Ausgangspunkt des Online Performance-Projektes ist die titelgebende Frage einer anderen kainkollektiv Produktion: ‚Est-ce un humain? / Ist das ein Mensch? / Is this a human?‘, deren Proben im Ringlokschuppen Ruhr in Mülheim im März 2020 aufgrund der Pandemie jäh unterbrochen wurden…

„Plötzlich war die Sonne verschwunden. Totale Sonnenfinsternis. Eine Korona. Schwarz leuchtend. Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt. Alles dunkel. Alles weg. Alle weg. Bildstörung. Blackout. Totale Dematerialisierung. Sieg der Anti-Materie über die Materie. Krise aller Erden.

In the beginning there was only ONE. A single black infinitude. So cold and dark for so very long that even the burning light was imperceptible…!“ (Textauszug aus WE TRAVEL THE SPACE WAYS)

Nun kommt kainkollektiv mit Teilen des Ensembles wieder zusammen, um über Kontinente hinweg in Verbindung zu bleiben und mit diesem Work-in-Progress-Format den ‚Stand der Dinge‘ lokal und global zu verhandeln. Sie eröffnen einen digitalen Raum, in den alle eingeladen sind, die den Tanz über Abgründen nicht scheuen. Gewissheiten sollen verabschiedet werden und der Abgrund der Geschichte(n), die uns unweigerlich voneinander trennen und uns zugleich verbinden, soll in unsere Lebenswirklichkeit Einzug halten.

In ‚We Travel the Space Ways‘ wird mit (digitalem) Live-Schnitt experimentiert, um in einer ästhetisch-medialen, aber auch sozialen und politischen Strategie Orte, Geschichten, Spuren und Positionierungen zusammenzuschneiden, die sich – im positiven wie negativen Sinn – als einschneidend für das lokal-globale Zusammenleben auf der Erde erweisen.

Wie können verschiedene Wirklichkeiten zwischen analog und digital, Dokumentation & Fiktion, Kunst, Care & Aktivismus, Medien, Orten, Schauplätzen & Akteur*innen zusammen geschnitten und Netz-Werke in Echtzeit entworfen werden? Und wie können wir physisch getrennt doch beieinander und miteinander solidarisch bleiben? Das Team begibt sich auf eine Reise in den digitalen Raum, um Antworten auf diese Fragen zu finden – irgendwo zwischen den virtuellen Bewegungen eines (Straßen-)Tanz-Rituals und den fremden Liedern einer Weltraum-Oper. Was wird in der Zukunft des angebrochenen Zeitalters, das wir Anthropozän nennen, das eigentlich gewesen sein: ein Mensch? Und wer werden WIR (künftig) gewesen sein?

Dauer: ca. 1 Stunde, im Anschluss Nachgespräch, moderiert von der Poetress, Bildungsreferentin und Blacktivistin Melanelle B. C. Hémêfa.

(c) kainkollektiv

Von und Mit: kainkollektiv (Mirjam Schmuck, Fabian Lettow), Zora Snake Company, Njara Rasolomanana, Pélagie Alima, Meriette Nancy Nko, Nils Voges (sputnic)

In Kooperation mit dem Nationaltheater Mannheim und dem Ringlokschuppen Ruhr, Mülheim.

Performance
Est – Ce un Humain / Ist das ein Mensch / Is This A Human

Est – Ce un Humain / Ist das ein Mensch / Is This A Human

Eine Cyborg-Oper

In den Stürmen der Gegenwart, irgendwo zwischen Pandemie, Klimakrise und dem Virus des Rassismus, ist die alte Arche Noahs auf ihrer Mission, die Schöpfung sicher durch die planetare Sintflut zu bringen, auseinander geflogen und gestrandet. Nur ihr Steuermann und die Band der Arche, die wie beim Untergang der Titanic nicht zu spielen aufhört und die Reise/Phantasien auch nach dem Schiffsbruch weiter befeuert, sind noch da. Doch der Rest der Mannschaft, letzte Botschafter*innen der irdisch/menschlichen Gattung kurz vor deren Kollaps, ging unterwegs verloren, wurde in alle Winde zerstreut, ist nicht mehr zu sehen. In einem großen Performance-Ritual irgendwo zwischen Straßen-Tanz-Theater und Weltraum-Oper machen sich die Band und ihr Steuermann daher daran, den Kontakt mit den über den Globus Verstreuten wieder herzustellen, die Arche wieder flott zu kriegen und die Mannschaft auf ihr neu zu versammeln.

Das Projekt IST DAS EIN MENSCH, das in einer mehrjährigen Kollaboration zwischen kainkollektiv, der Zora Snake Compagnie (Kamerun) und Njara Rasolomanana (Madagaskar) entsteht, startete 2018. Die Pandemie stoppte den Endproben-Prozess im Ringlokschuppen und trieb das Ensemble im Lockdown auseinander. Jetzt kehren teile der Künstler*innen wieder in den Ringlokschuppen zurück, um ihre Suche nach einem planetarem HOMECOMING am anderen Ende der Pandemie, mit ihren Mitstreiter*innen, verstreut an den anderen Enden der Welt, fortzusetzen.

Vier Theater – namentlich der Ringlokschuppen Ruhr, das FFT Düsseldorf, Kampnagel Hamburg und das tak Theater Aufbau Kreuzberg Berlin – streamen die Produktion gemeinsam und schicken die Arche zusammen auf eine erneute Reise.

(c) Stephan Gagla
(c) Michael Wolke
(c) Stephan Gagla
(c) Stephan Gagla
(c) Stephan Gagla
(c) Michael Wolke
(c) Stephan Gagla
(c) Stephan Gagla

Von und mit: Abdoulaye Abdoul Oumate, Alexandra Tivig, Armin Leoni, Calvin Yugye, Catherine Jodoin, Edith Voges Nana Tchuninang, Fabian Lettow,Fanny Clementine Abega, Florian Lauss, Hannah Busch, Jonas Wiese, Mariette Nancy Nko, Michael Bohn, Michael Wolke, Mirjam Schmuck,Marie Siekmann,Nicolas Fionel Moumbounou, Kerstin Pohle, Nils Voges, Njara Rasolomanana, Patrick Ravelomanantsoa, Pélagie Alima, Phillip Bille, Rasmus Nordholt, Valery Ebouele, Wilfried Lekemo Nakeu, Zora Snake

Eine Koproduktion vom Ringlokschuppen Ruhr, FFT Düsseldorf, tak Berlin und Kampnagel Hamburg.

Gefördert im Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes, durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, durch das Goethe Institut Kamerun, das Goethe Center Madagaskar, im Rahmen der IKF Förderung des Goethe Instituts, die Kunststiftung NRW und das NRW KULTURsekretariat. Die digitale Version ist gefördert vom Sonderförderung Digitale Performance und Livestream der Kunststiftung NRW.

Sturm!

Die Winde stehen scheinbar günstig, als im Jahr 1607 drei Schiffe von London aus in See stechen, um die gefährliche Überfahrt über den Atlantik in die „Neue Welt“ Amerikas zu wagen, um in Jamestown, Virginia die erste Kolonie der transatlantischen Kolonialgeschichte zu gründen. Doch eines der drei Schiffe, die „Sea Venture“, gerät in einen Sturm und sinkt. Teile der Mannschaft retten sich auf eine der Inseln, die man später die Bermudas nennen wird. Die Schiffbrüchigen erreichen Jamestown mit einer Verspätung von zehn Monate, doch dort sind die Zustände katastrophal, Krankheiten grassieren, viele überleben den Winter nicht.

Auf einige Rückkehrer soll Shakespeare in den Seemannskneipen des Londoner Westend getroffen sein; sie berichten ihm von den Wirrnissen der „Neuen Welt“. Ihr „koloniales Seemannsgarn“ inspiriert Shakespeare zu seinem letzten Stück THE TEMPEST (DER STURM), das er im Jahr 1611, wenige Jahre vor seinem Tod, veröffentlicht.

(c) Brinkmöller-Beck

DER STURM gilt als Komödie mit Happy-End und als persönlichstes Stück Shakespeares. Es erzählt die Geschichte des Zauberers Prospero, des rechtmäßigen Herzogs von Mailand, der durch eine Intrige seines Bruders sein Herzogtum verliert, fliehen muss, auf See in einen Sturm gerät und auf einer Insel strandet. Dort lebt er zusammen mit den ihn dienenden Zauberwesen. Als auch sein intriganter Bruder durch seine Hand auf die Insel gelangt, entspinnt sich ein Verwirrspiel, an dessen Ende sich eine Intrige löst und alle Konflikte befriedet scheinen. Im Epilog Prosperos, den er direkt ans Publikum richtet und mit dem er im wahrsten Sinne des Wortes abtritt, hat man Shakespeares eigene Abschiedsrede vom Theater zu erkennen gemeint. Mit Prospero, dem Magier, tritt auch Shakespeare, der Theater-Magier, von der Welt-(Theater-)Bühne ab.

Doch vielleicht lässt sich dieser Abtritt auch im Sinne der Globalisierung, wie wir sie heute verstehen, diskutieren und problematisieren, mit der gewaltsamen Ausbeutung der Erde und der von ihr besiedelten Lebewesen. Shakespeares Stück weiß bereits sehr früh um diesen Zusammenhang. Doch wie weitreichend der von ihm gewählte Titel „Der Sturm“ ins Herz der Globalisierungsdynamik zielt, ist in vollem Umfang erst heute zu ermessen – in einer Zeit aus Turbo-Kapitalismus und Klimawandel, in der Pandemien, Finanzstürme und Tsunamis über den Planeten toben und mithin ganze Inseln hinwegfegen (ökonomisch wie geografisch) wie jene Insel, auf der Prospero sein Reich begründet hat.

In STURM! will das Bochumer kainkollektiv zusammen mit dem PRINZ REGENT THEATER und einem Team von drei Darsteller*innen Shakespeares berühmtes letztes Stück noch einmal und ganz neu erzählen.

(c) Brinkmöller-Beck

Von und Mit: Alexander Steindorf, Edith Voges Nana Tchuinang, Rasmus Nordholt, Mirjam Schmuck, Fabian Lettow

Gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Bochum zur Förderung von Kultur und Wissenschaft

Performance

Kainsolo

Ein(e) virtuelle(r) Dis-Tanz

Im kainsolo, das sich sowohl als „kein Solo“ zu hören als auch als „kains Solo“ zu lesen gibt, setzen die drei Tänzer*innen eine choreographisch-performative Konstellation in Gang, die sowohl künstlerisch als auch politisch die Zahlen 1, 2 und 3 (Solo, Duo, Trio) umspielt. Die deutsch-jüdische Philosophin Hannah Arendt formuliert in ihrem Denk-Tagebuch, dass es in der menschlichen Welt keine 1 gäbe, menschliches Leben begänne immer mit der 2, niemand könne allein leben. Doch mit der ersten nach-paradiesischen Geschichte im Alten Testament ist diese 2 gleich Anlass zu einem fundamentalen Verbrechen. Kain, der in kainsolo Ain (Eins, Einer, der Eine) heißen wird, hat seinen Bruder Abel (KAbel, der androide Widergänger Abels, ein Gespenst aus der Zukunft) erschlagen und sich in der Folge zum ersten Herrscher und (Städte-)Gründer gemacht. Er ist der Gründer des Theaters des weißen Mannes, wie er bis heute allerorten regiert – selbst im weißen Haus. Doch er ist in die Jahre gekommen, innerlich wie äußerlich am Ende, ein defekter Herrscher auf der Suche nach einem Exit aus seiner Herrschaft. Er wünscht sich seinen Bruder zurück, aber er hat vollkommen vergessen, wie das geht: mit den Toten reden, sich entschuldigen, aussteigen, Schluss machen. Er tanzt (s/k)ein Solo wie einen Totentanz, aber er weiß nicht mehr, wie das geht: sterben. Auf der Suche nach einer Wiederbegegnung mit dem toten Bruder/Sohn kommen die drei heute noch einmal zusammen: Auf einem virtuellen Feld zwischen Realität und Digitalität, in dem die Realität selbst bereits mit einem Virus des Verschwindens infiziert ist, beginnt ein provisorisches Ritual mit offenem Ausgang. Ein Ritual, das die Risse in der Wirklichkeit selbst sichtbar werden lässt.

Im Ringlokschuppen in Mülheim tanzen Merighi und Mercy – ehemalige Tänzer*innen der Pina Bausch Kompanie – per Stream verbunden mit Zora Snake, dem vielfach ausgezeichneten Tänzer und Festivalmacher, in einer Projektion, die uns geradewegs aus Kamerun erreicht. Dort hätten wir mit „kainsolo“ eigentlich auf der Bühne gestanden. Doch die Zeit trennt uns, trennt die Körper und Räume voneinander und macht die Gräben sichtbar, die schon viel länger existieren und über die hinweg wir einen ersten Dis-Tanz probieren wollen, auf unsicherem Grund. Wie kann man übers Internet und über Kontinente hinweg miteinander tanzen? Wie aufeinander sich beziehen/reagieren, wenn 4.000 Kilometer zwischen den Performer*innen liegen? Und was gibt es zu sagen, zu berichten, zu thematisieren, wenn die im Live-Videostream erscheinenden Körper in den jeweils spezifisch aufgeladenen Kontexten ihrer Räume, Länder, Kontinente getrennt voneinander und zugleich gemeinsam im digitalen space des Internets erscheinen? Wie können wir zusammen virtuell entlang der „spaceways“ reisen, von denen Sun Ra schon in den 1970er Jahren afrofuturistisch sang und philosophierte, wenn die Gegenwart selbst sich angesichts eines unsichtbaren und kriegerischen „Theaters der Viren“ (Heiner Müller) heute virtualisiert, dematerialisiert, zurückzieht, uns attackiert?

Von und mit: Pascal Merighi, Thusnelda Mercy, Zora Snake, Rasmus Nordholt-Frieling, Pascal Gehrke, Nils Voges, Mirjam Schmuck, Fabian Lettow

Eine Koproduktion von kainkollektiv, merighi I mercy & Zora Snake mit dem Ringlokschuppen Ruhr und dem MODAPERF-Festival Kamerun.  

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und den Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Performance
THE GOLDEN AGE OF EXTREMES

THE GOLDEN AGE OF EXTREMES

EIN PERFORMATIVES CAMP ÜBER DIE VERGANGENHEIT der // ZUKUNFT // der VERGANGENHEIT

Wir reisen nach SARMATIEN, jener deutsch-polnisch-europäischen Sehnsuchtslandschaft, die einst das versunkene Herz eines vornationalen, vermischten Europas war.

Wie ist unsere von nationalen Grenzen/Mauern durchzogene Gegenwart geworden, was sie ist? Auf der Suche nach der Zukunft unserer Vergangenheit beschwören wir die Landschaften SARMATIENS herauf, die einst von Deutschland über Polen bis Iran reichten & entwerfen damit transnationale Karten eines Gegen-Europas. Über die alten dt.-poln. Gräben hinweg schlagen wir ein theatrales Camp unter dem bestirnten Nachthimmel auf, versuchen unsere gemeinsame Lage, die jetzt eine globale ist, vom All aus zu bestimmen. Lesen fiebernd die poln. & dt. SciFi-Romane nochmal: Lems Sterntagebücher, Laßwitz‘ Auf zwei Planeten. Deuten mit ihnen unsere vergessene gemeinsame Zukunft aus den Sternen. Remixen am Lagerfeuer den außerirdischen Gesang der Toten der Geschichte. Überführen die verhärteten Fronten der Jetztzeit in einen Tanz der Verhältnisse. Legen rituell den sarmatischen Boden zwischen unsren Zelten frei. Schütten die Gräben zu. Durchkreuzen Gewissheiten, was der einen oder andern Zeit/Nation/Geschichte, der Erde oder dem All angehört. Blicken dem ZEITALTER DER EXTREME, das wir bewohnen, ins dunkle Antlitz. Und versuchen es uns, im Licht des Lagerfeuers & der Sterne, als ein GOLDENES auszumalen…

Von und Mit: Patrycja Kowanska, Tomasz Kirenczuk, Florian Lauss, Fabian Lettow, Lili Mihajlovic, Bartosz Ostrowski, Natalia Orkisz, Kristina Peters, Pawel Penarski, Lukasz Stawarczyk, Sara Bigdeli Shamloo, Mirjam Schmuck, Michael Wolke, Alexandra Tivig, Weronika Wronka, Jonas Wiese

Eine Produktion von kainkollektiv und dem Teatr Nowy Proxima Krakau, in Koproduktion mit dem Ringlokschuppen Ruhr und tak Berlin.

Gefördert durch das Ministerium für Kunst und Wissenschaft des Landes NRW, die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, den Internationalen Koproduktionsfonds des Goethe Instituts, das Goethe Institut Krakau, die Robert Bosch Stiftung und das Internationale Theaterinstitut im Programm ‚Szenenwechsel‘ und die Kunststiftung NRW.

GAIA

eine Cyborg Oper

Am 27. Juni 2020 feiert die neue Produktion GAIA vom kainkollektiv Premiere. Nachdem die Pandemie die ursprünglich geplante Premiere im Rahmen der Ruhrfestspiele Recklinghausen nicht zuließ, wurde – gemeinsam mit sputnik – neugedacht und kreativ umgeplant, um eine online Version mit Live-Momenten zu erschaffen.

(c) kainkollektiv

„Mein Name ist Gaia, Mutter-Göttin der Erde. Ich heiße Demeter, Mutter-Göttin der Fruchtbarkeit. Und ich bin Isis, Mutter-Göttin der Gattung. Wir sind keine Heiligen, sondern Erdverbundene. Keine geistigen, sondern fleischgewordene Prinzipien, keine himmlischen Ausflüchte, sondern irdische Verstrickungen. Wir sind gekommen, um uns zurückzuholen, was stets unser gewesen ist. Doch habt Acht, wir sind nicht zum Scherzen aufgelegt.“ (Auszug auf dem BITCH MOTHER MANIFESTO)

Gaia ist in der Mythologie die Urmutter Erde, das allumfassende weibliche Prinzip, das alle Dinge, die da sind, miteinander in eine Verbindung bringt. Gaia erschafft und zerstört. Gaia gebiert und vermehrt.

Die 10 Künstlerinnen aus Kanada, Kamerun, Iran, Kroatien, Frankreich und Deutschland erschaffen in GAIA einen Möglichkeitsraum. Einen Raum, in dem Kunst und Kinder gemeinsam existieren können. In diesem Raum exponieren sie sich selbst mit ihren Fragen, Zweifeln, Stärken und Suchbewegungen.

Es wird eine Geschichte in naher Zukunft erzählt. Ein mysteriöses Phänomen taucht überall auf der Welt auf: Kinder fallen in einen tiefen Schlaf. Niemand kann sich den Grund erklären. In diesem Rahmen taucht eine Gruppe von Müttern auf, die dieses Phänomen auf ihre ganz eigene Weise interpretieren. Was sie miteinander verbindet: sie sind (Nicht-) Mütter und Künstler*innen, die genug haben vom Zustand der Welt. Die aktuelle Krise bringt sie zur Reflektion über individuelle Entscheidungen und Lebensumstände.

Es werden fiktionale Porträts gezeichnet, die Projektionen sind von den Künstlerinnen selbst. Von dem wer sie sind, von dem, was sie (nicht) sein wollen, von dem, wie sie empfinden, dass man sie sieht, und dem, wie sie (nicht) gesehen werden wollen. Was heißt es Künstlerin und Mutter zu sein?

(c) kainkollektiv
(c) kainkollektiv
(c) Nils Voges

Aufgrund der Krise sind die Frauen an ihr Zuhause gebunden, aber dennoch durch das Internet verbunden und so bereiten sie eine fantastische Revolution vor, der ihr BITCH MOTHER MANIFESTO zugrunde liegt. Dabei entdecken sie die Künste, die ihre Leben schon so lange begleiten, neu. Erforschen ihre mystischen Ursprünge und erkennen die transformative Kraft, die Kunst haben kann. In der Szenografie ihrer Küchen, Badezimmer, Betten und Wohnzimmern transformieren die Frauen sich selbst zu mythischen, hybriden, hermaphroditischen Figuren/Cyborgs – einer neuen planetarischen Spezies -, die vielleicht sogar die Fähigkeiten hat, die schlafenden Kinder zu wecken und sie in eine zukünftige Vision eines neuen Weltprogramms zu führen: GAIA.

In deutscher, englischer und französischer Sprache.

Von und Mit: Silvia Dierkes, Catherine Jodoin, Edith Voges Nana Tchuninang, Vanessa Chartrand-Rodrigue, Mirjam Schmuck, Sabrina Bohl, Sara Bigdeli Shamloo, Kerstin Pohle, Bianca Künzel, Zdravka Ivandija Kirigin, Hannah Busch

Ein Projekt von kainkollektiv in Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen und dem tak Berlin.

Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, das NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste und den Regionalverband Ruhr.

Performance
Die unmögliche Vertreibung des Herrn B.

Die unmögliche Vertreibung des Herrn B.

oder: Dieser Kiez ist (k)ein Kaufhaus

Das Vogelnest wurde zugemauert. Der Weltbürgersaal – geschlossen? Das Licht am Ende des Tunnels war der Todesschuss- oder? Aber Herr B – ja, der wohnt noch hier. Die haben das neue Haus um seine Schrankwand gebaut. Neben dem Haus bauen sie jetzt neuere Häuser. Über Leben im Aufbau, über das Überleben in Kreuzberg, erzählt von Herrn B.

Die multimediale Stadtraum-Performance “Die unmögliche Vertreibung des Herrn B.” beleuchtet gesellschaftliche Widersprüche aus Distanz und Nähe, Vertreibung und Widerstand unter dem lokalen Brennglas, verwickelt sie in ein Spiel, in dem eine grundsätzliche Berührung mit der so genannten „neuen Wirklichkeit“ möglich ist.

Das tak Theater Aufbau Kreuzberg wird im September zum Portal: Das tak- Kollektiv erkundet die fiktive Welt eines gewissen Herrn B, der sich schon lange seiner eigenen Vertreibung aus dem Heimatbezirk erwehrt, erzählerisch in fünf Vignetten, die sich zwischen Audiowalk und Performance-Parcours bewegen:

DAS AUFBAU HAUS ist das kreative Kiezkaufhaus am Moritzplatz. France-Elena Damian hat in dokumentarischen Interviews die Mieter porträtiert. Klaus ist Urberliner, mit Hilfe seiner Eltern konnte er seine erste Tischlerei eröffnen. Ala kommt aus dem irakischen Kurdistan, mit 18 konnte sie noch kein Wort Deutsch, jetzt träumt sie von einer zweiten Schneiderei. Der Verlag fand im Aufbau Haus seine neue Heimat, auch wenn Christoph, der Modulorgründer, das Ganze lieber Planet Modulor genannt hätte. Doch nun steigt er aus diesem Planetensystem aus und hinterlässt uns eine Botschaft. 

Zwischen dem Untergrund der U-Bahn-Haltestelle Moritzplatz und dem des Fluchttunnels zwischen Sebastian- und Heinrich-Heine-Straße entwirft Lydia Ziemke (suite42) IM (DOPPELTEN) UNTERGRUND unter Mitwirkung eines Chores von (Zeit-)Zeug*innen verschiedene Versionen der Geschichte auf der Suche nach dem Exit aus „deutsch-deutschen Untergründen“.

Sie leben oft unsichtbar unter uns, die tatsächlich Vertriebenen, die in diesem Kiez leben. Ihnen wird keine Stimme zugestanden, sie dürfen nicht wählen und doch sind sie aktiv. Der TAK e.V. begibt sich auf eine Spurensuche und trifft auf Menschen, die sich behaupten und mit ihrer Resilienz einen neuen Weg für sich finden. 

In ZWANGSRÄUMUNG führt Stefanie Aehnelt durch die Oranienstraße in den Kirchgarten von St. Jacobi. Sie thematisiert an einem lokalen Beispiel die Frage von Zusammenleben vs. Verdrängung. Es geht um nichtmenschliche Mitbewohner der Stadt – Vögel. Sie fordert in einer Live-Performance zwischen Aktivismus und Sinnlichkeit eine STADT FÜR ALLE.

Im HÖRSPIEL DES HERRN B. verbindet kainkollektiv die verschiedenen Stationen und Geschichten. Der Moritzplatz wird zum Syptomschauplatz einer utopischen Fantasie: die heterogenen Stimmen, die ihn bevölkern, zu einem vielstimmigen und -sprachigen Chor der Nachbarschaft zu fügen und die Potentiale seines Widerstands hörbar und erlebbar werden zu lassen: Herr (Kreuz)B.(erg) bleibt, denn dieser Kiez ist kein Kaufhaus!

Von und mit: Stefanie Aehnelt, Herrn B., France-Elena Damian, kainkollektiv (Fabian Lettow, Mirjam Schmuck), Caram Kapp, Anna Koch, Moritz Pankok, suite42 (Öz Kaveller, Nils Lauterbach, Lydia Ziemke, u.w.), Svenja Kuhr, Angela Laich, Brigitte Rilke, Alexandra Voiades, und vielen mehr…Eine Produktion von kainkollektiv und dem Teatr Nowy Proxima Krakau, in Koproduktion mit dem Ringlokschuppen Ruhr und tak Berlin.

Gefördert vom Fonds Soziokultur und Stiftung Kommunikationsaufbau

Performance

Dekameron

The Dark Side of the Zoom.

kainkollektiv begibt sich in einer virtuellen Reise auf die Suche nach seinem verlorenen Ensemble, das durch das Virus der Gegenwart in alle Winde zerstreut worden ist. Ein filmisches Déjà-vu, das durch die europäischen Landschaften und weit darüber hinaus führt und dabei immer tiefer hinein zoomt ins dunkle Herz Europas – in die Rückseite des European Dream, der bekanntlich seit langer Zeit schon Monster gebiert. Wie wird unsere Heimkehr, unser Homecoming aussehen, wenn wir eines Tages aus dem Homeoffice in die Wirklichkeit zurückkehren werden? In welche Wirklichkeit? Wie, wo und wann werden wir uns alle wiedersehen?

‚Dekameron. The Dark Side of the Zoom‘ auf dem YouTube Kanal von vier.ruhr

Von und Mit: kainkollektiv (Mirjam Schmuck & Fabian Lettow), Nils Voges, Silvia Dierkes, Łukasz Stawarczyk, Pélagie Alima, Zora Snake, Sara Bigdeli Shamloo, Rasmus Nordholt-Frieling

Gefördert im Rahmen von NEUE WEGE durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW in Zusammenarbeit mit dem NRW KULTURsekretariat.