Pressestimmen zu GAIA

Lebens- und Todesgöttinnen

Neben Gaia werden noch weitere Erd- und Urmütter, Fruchtbarkeits-, Lebens- und Todesgöttinnen als Zeuginnen aufgerufen, um jahrtausendealte Weiblichkeitsklischees zu belegen; die Frauen des „GAIA-Projekts“ fühlen sich angezogen und abgestoßen, genervt und fasziniert davon. Sie verkleiden und verfremden sich vor der Kamera mit bizarren, knallbunten Kostümen, übermalen und überzeichnen den weiblichen Körper, hüllen ihn in Schleier, Schmuck und Tüll – und kontrastieren diese schwelgerische, spielerische Üppigkeit mit dürren, bitteren, zornigen Worten über selbsterlebten Sexismus und Rassismus, über Ängste und Überforderung und nie erfüllte Wünsche. Diese Kontraste machen die eigentliche Stärke des Stückes aus.“

(nachtkritik. de Autorin: Frauke Adrians 27. Juni 2020)


„Ja, diese Produktion ist gelungen. Weil sie neben allem Aktivismus und politisches Statement eine große Poesie bereithält. Weil sie eine lose Geschichte erzählt, in der wiederum viele Geschichten enthalten sind. Weil sie vielfältige Bedeutungen auffächert und genau das ihr aktivistisches Projekt ist. Weil sie mythische Tiefe mit profanem Alltag verschränkt.“

(Deutschlandfunk Kultur heute 28.06.2020 Autorin: Christiane Enkeler)

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UNDER CONSTRUCTION /// “Und alles geht weiter…” Neueröffnung des tak – Theater Aufbau Kreuzberg

DAS KAINKOLLEKTIV WIRD TEIL EINES VIEL GRÖßEREN GANZEN!
Das kainkollektiv wird ab dem 30. Januar die erstmalige kollektive Leitung vom tak – Theater Aufbau Kreuzberg gemeinsam mit den Künstler*innen(Gruppen) suite42 (Berlin)France-Elena Damian (Berlin) und Anna Koch/Moritz Pankok (tak e.V. Berlin/Mülheim) übernehmen!!!

Wir sind selber noch ziemlich überwältigt und überrascht und überaus erfreut über dieses Unternehmen und können es kaum glauben, dass wir schon unser Neugründungsfest ankündigen dürfen! Das neue riesige, kollektive Baby von uns und unseren o.g. Partners in Crime wird das ganze Jahr ein Projekt under construction sein – wir werden alle Möglichkeiten für ein Modell kollektiven Leitens unter die Lupe nehmen, testen, erproben und laden euch herzlich ein, ein Teil von diesem kreativen Wahnsinn voller Unbekannter und Potentiale zu werden.

Keineswegs bedeutet das aber, dass wir das Ruhrgebiet verlassen werden – im Gegenteil ist unsere Zielsetzung vielmehr, eine Verbindung zwischen NRW und Berlin herzustellen, die Vernetzungs- und Austauschoptionen für Künstler*innen in beide Richtungen bietet.
Lasst uns gemeinsam den Aufbau, die Vision und den kollektiven Wahnsinn bei unserem Neugründungsfest am 30. Januar 2018 im tak feiern!

Wir haben uns mit suite42 (Berlin), France-Elena Damian (Berlin) und Anna Koch/Moritz Pankok (tak e.V. Berlin/Mülheim) zusammengefunden mit der gemeinsam artikulierten Idee, ein kollektives, von mehreren Gruppen gleichberechtigt getragenes Leitungsmodell für ein (Freies) Theaterhaus zu konzipieren.

Gemeinsamer Schwerpunkt für die Ausrichtung des Hauses ist die transnationale Theaterarbeit, die alle Gruppen bereits seit Jahren für sich zwischen NRW, Berlin und verschiedenen arabischen, persischen, afrikanischen und (ost-) europäischen Ländern sowie mit Künstlern, die Roma sind, entwickelt und realisiert haben. Dazu werden von Anfang an Gäste eingeladen, besonders KünstlerInnen, die in Berlin und Deutschland im Exil leben.

Wir freuen uns auf eine Neugründung, deren Idee darauf abzielt, in Zeiten zunehmender Abschottungsgesten und Grenzdiskussionen neue Gegen-Räume zu eröffnen, in denen die Frage, wie ein Zusammenleben in den globalen und globalisierten Realitäten des 21. Jahrhunderts aussehen und gelingen kann, immer wieder neu verhandelt und theatral-performativ erforscht werden soll.

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HAGAR // Pressespiegel

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Jenseits der Väter
von Sascha Westphal // Nachtkritik, 29.06.2017

„So wie in der Geschichte von Hagar und Ismael das Judentum, der Islam und das Christentum in einer Familie zusammenkommen, so vereinen sich in Fabian Lettows und Mirjam Schmucks Inszenierung die unterschiedlichsten Kunstformen. Ihre „Global Opera Performance“ ist Schauspiel und Musiktheater, Konzert und Tanztheater. Gleich drei Chöre, ein jüdischer, ein protestantischer und ein konfessionsloser Kinderchor, sowie ein Sänger, der Suren aus dem Koran vorträgt und den muslimischen Gebetsruf anstimmt, beschwören eine spirituelle Atmosphäre herauf, in der sich die einzelnen Religionen und Überzeugungen nicht mehr konträr gegenüberstehen. Sie fließen vielmehr zusammen, ohne dabei ihre eigene Identität zu verlieren.“

 

Das theatermusikalische Projekt „Hagar“ im Schauspielhaus Bochum
von Raif Stiftel // Westfälischer Anzeiger, 30. Juni 2017

„Am Bochumer Schauspielhaus wird aus dem Drama von „Hagar“ ein großer szenischer Abend mit Musik, Tanz und interkultureller Begegnung.[…]Der zweistündige Abend versucht einen Brückenschlag zwischen den Kulturen des […]Immer wieder rückt die Inszenierung die Geschichte an die  Gegenwart.[…] Ein zentraler Punkt dabei, ist der ideologische Missbrauch, der von den Darstellern in persönlichen Erinnerungen konkretisiert wird. […] Für das Schlussbild kommen alle auf die Bühne zu einer Art Tribunal: Abraham (Antoine Effroy) wird gefragt, ob es wirklich bei der Verbannung von Hagar und Ismael bleibt. Da steht das mythische Geschehen sinnbildhaft für die aktuelle Entzweiung der Religionen, und es scheint die Utopie einer gleichsamen familiären Versöhnung auf. Hier könnte vielleicht das Grundübel der monotheistischen Religionen geheilt werden: Die Überzeugung, dass nur ein Glaube den wahren Gott kennt und damit den anderen überlegen sei. Der Abend verbindet die vielen Stimmen und Stimmungen zu einem eindrucksvollen Ganzen. Großer Beifall.“

 

Theater verbindet die Religionen
von Jürgen Boebers-Süßmann // WAZ, 01. Juli 2017

„Bei der Premiere von „Hagar“ prallten am Donnerstagabend in den Kammerspielen die Weltreligionen aufeinander, und mehr als das. Es wurde ein zweistündiger Clash of Cultures, der einen wie berauscht nach Hause entlässt.
„Hagar“ ist eine ambitionierte, musikalisch-theatralische Wanderung durch Zeiten und Welten auf der Suche nach den Wurzeln der Religionen.“

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STILL OUT THERE :: Of coming tales – Die Children’s Globe Operas

Eine Kooperation von kainkollektiv und Junges Theater Bremen
Das Junge Theater Bremen läutet gemeinsam mit kainkollektiv die Renaissance der Märchenzeit ein: Ausgehend von den politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit, die heute unmittelbarer in die Kinderzimmer gelangen, fragen sie nach den aktuellen Fabeln und kommenden Geschichten. Welche Mythen spiegeln heute das Kultur- und Selbstverständnis unserer globalisierten Welt und wie möchten und können wir sie jungen Menschen erzählen? Welcher Formen der theatralen Überlieferung bedarf es um Alpträumen, Utopien und Phantasmen der Gegenwart beizukommen?
Die Suche nach einem Diskurs um diese und weitere Fragen wird innerhalb zweier Produktionen erfolgen:
In dem ersten Projekt „Still out there“ wird das lokale, und gleichzeitig weltberühmte Märchen der Bremer Stadtmusikanten einer vielfältigen Übermalung unterzogen. Junge Akteure, geflüchtete Kinder und Experten der Stadt Bremen werden in Form einer städtischen Raumskulptur dieser Exodus-Erzählung nachgehen und sie in neue Bezüge einbetten, bevor im zweiten Schritt durch eine mediale und musiktheatrale Gesamtinstallation am Jungen Theater Bremen eine interdisziplinäre Märchenmaschine entstehen wird.
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„Sie machen einfach ALLES für ALLE…“

… so die Begründung der Jury anlässlich der Verleihung des George Tabori Nachwuchs Förderpreis an kainkollektiv.

Sie machen einfach ALLES: von Animation bis Oper, Molekularküche bis Schauspiel, Komposition bis Installation, Wissenschaft bis Diskurs. Sie machen es einfach ÜBERALL: in Polen, Afrika, Kroatien, Nordrhein-Westfalen und der BRD. Dieses spitzengeförderte Regieteam, bestehend aus Mirjam Schmuck und Fabian Lettow experimentiert gemeinsam mit einer großen kreativen Schar kollaborierender Künstler aller Sparten zusammen und generiert mit ihnen eine ganz eigene Kunstform. Angesiedelt an den Grenzen zwischen Performance, Musiktheater und Medienarbeit greifen ihre Arbeiten historische Schichtungen der jeweiligen Orte auf und legen diese zur Verhandlung frei. Dabei zelebrieren sie die dort verorteten Versprechen für die Zukunft, in dem sie alle einladen sich selbigen (für eine gewisse Zeit) zu verschreiben. Immer nah an der Wirklichkeit der Menschen, die dort leben und in jene angepriesene Zukunft schauen, kreieren sie ästhetische Erkenntnisräume in denen konkrete gesellschaftliche Realitäten zu künstlerischen, vielschichtigen Erfahrungen transformiert werden. ALLES für ALLE.

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KAINKOLLEKTIV AUSGEZEICHNET

In den vergangenen Wochen wurde das kainkollektiv mit einer Reihe von wichtigen Förderungen bedacht, über die wir uns sehr freuen, weil sie uns die Weiterarbeit für die kommenden Projekte und die nächsten Jahre und damit auch die Fortsetzung der Kollaborationen mit unseren zahlreichen nationalen und internationalen Partnern ermöglichen. Neben der erneuten Spitzenförderung Theater NRW (bis 2018) durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW erhält kainkollektiv auch die dreijährige Konzeptionsförderung des Fonds Darstellende Künste (bis 2017) sowie u.a. eine Förderung im Szenenwechsel-Programm der Robert Bosch Stiftung für unser aktuelles polnisch-deutsches Projekt BURN OUT CITY, das im Herbst in Krakau und in Mülheim Premiere feiern wird, und auch das Stipendium “weitermachen” des Festivals FAVORITEN 2014 und des NRW KULTURsekretariats. Zudem wurde das kainkollektiv für den George Tabori Nachwuchs Förderpreis des Fonds Darstellende Künste nominiert, der im September im HAU in Berlin verliehen wird. Über die Nominierung und die damit einhergehende Auszeichnung unserer Arbeit freuen wir uns sehr und sind gespannt auf die kommende Entscheidung.

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